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Events

Ein Weihnachtsmärchen aus den Bergen

Ein Weihnachtsabend zur Jahrtausendwende

Mit dieser Geschichte möchten wir ein klein wenig dazutun, daß der Hauch weihnachtlicher Stimmung in Ihrem Herzen spürbar wird und auch im Jahr 2016 nicht erlischt.
 
 
Der Weihnachtsabend.

Paul hatte einen recht anstrengenden Arbeitstag hinter sich und zwängt sich durch das laute Getümmel der Innenstadt, um die letzten Weihnachtsgeschenke zu besorgen. Endlich schloss er die Tür zu seiner Wohnung auf. Er rieb sich die unterkühlten Hände, legte seinen vom Schnee durchnässten Wintermantel zum Trocknen neben dem offenen Kamin ab und zündete das Feuer an. Etwas erschöpft bereitete er heißen Tee zu und setzte sich auf ein weiches Sofa, das zum Ausruhen und Abschalten geradezu einlud.

Doch leider kreisten seine Gedanken ununterbrochen um die Verpflichten des nächsten Tages und er kam nicht zur Ruhe: „Den Christbaum muss ich morgen noch schmücken. Für Mutter muss ich ein Geschenk besorgen, die Geschenke sind auch noch einzupacekn…“
Am winterlichen Abendhimmel glitzerten die Sterne. „Paul lass los und genieße lieber den angenehmen Winterabend“, wies er sich fast beschuldigend zurecht.
„Tag für Tag beschäftigen wir Menschen uns mit Sorgen, Erwartungen und Wünschen, während draußen die Sterne leuchten, der Wind weht und der Schnee Bäume und Dächer in weiße Pracht kleidet“.
Allein dieser Gedanke versetzte ihn plötzlich in einen Zustand von Gelassenheit und angenehmer Entspannung. Die Sorgen um die Verpflichtungen des nächsten Tages lösten sich allmählich auf und er wandte seine ganze Aufmerksamkeit der Nacht und den Lichtern in den umliegenden Wohnungen und Häusern zu. Er fühlte sich merkwürdig wohl, keine Wünsche, keine Erwartungen, keine Sorgen durchkreuzten seinen Gedanken, die Nacht vereinnahmte sein ganzes Empfinden.
Ruhig und entspannt saß er da, als er sich zuflüstern hörte: „Komm, Paul, leg dir den Mantel und einen warmen Schal um und gönne dir noch einen Abendspaziergang.“ Er gehorchte dieser Aufforderung ganz wie von selbst und noch ehe er sich´s versah, fand er sich neben dem von Schnee und Eis bedeckten Dorfbach wieder, wie er im Pulverschnee entlangmarschierte, eine Stunde, zwei Stunden, er merkte gar nicht wie lange. Nur das Plätschern des Baches und das leichte Rauschen des Windes unterbrachen die Stille des Winterwaldes.

Während er so im Schnee dahinstapfte und sich dieser Welt völlig geborgen fühlte, hörte er von der gegenüberliegenden Bachseite eine kräftige, doch vertraut klingende Stimme, die ihm zufiref: „Hallo, junger Mann, so spät noch unterwegs?“ „Grüß Gott“, rief Paul dem greisen Almhirten freundlich zurück. Der Hirte winkte ihn zu sich herüber und wies ihm dabei den Weg über die Brücke, die sich etwas bachaufwärts befand. Erst jetzt, wo er am Bergdorf angelangt war, wurde ihm klar, dass er schon längere Zeit gewandert war.
„Dich schickt das Christkind“, sagte etwas erregt der Senner, noch bevor sie dazu gekommen waren, einander durch ein Händeschütteln ordnungsgemäß zu begrü0en. „Weißt du, die Emma, meine beste Kuh, ja die Emma bekommt nämlich ein Kalb… und da bräucht´ich halt einen jungen Burschen, der mit anpackt.“ Wozu hat man denn zwei gesunde Hände?“ entgegnete Paul ohne zu zögern, wollte aber seine Bedenken nicht verschweigen, dass er so etwas noch nie gemacht habe und sich nicht ganz sicher sei, ob er das wohl könne.

„Wenn andere Menschen es zu anderen Zeiten geschafft haben über das große Meer zu segeln und Kontinente zu entdecken, werden wir es schon auch schaffen, ein Kalb auf die Welt zu bringen“, meinte der Senner aufmunternd. „Da hat er wohl recht“, dachte Paul etwas benommen und sah sich gemeinsam mit den Hirten auf den Stall zugehen, der durch ein fahles Licht etwas oberhalb der Almhütte sichtbar wurde. Schon von weitem hörte man das gequälte Stöhnen von Emma. „Da steht sie!“ Eilig ging der Senner durch die Tür zur hinteren Ecke des Stalles. Er klopfte Emma mit der flachen Hand einige Mal liebevoll sanft auf den runden Bauch. „Sei nur ruhig, jetzt haben wir´s bald“, flüsterte er der Kuh zu. Diese starrte Paul an, als ob sie um Erlösung flehen wollte und Paul verspürte plötzlich die Regung in sich, diesem armen Vieh unbedingt helfen zu wollen. Der Hirte gab ihm ein paar kurze Anweisungen dann hielt Paul Emma vorne am Kopf fest. Das Stöhnen wurde lauter. Da er seine ganze Kraft brauchte und diese ihn schon langsam zu verlassen drohte, prüfte er, ob vom Kalb schon etwas zu sehen war. Plötzlich schwankte die Kuh. Der Hirte mahnte ihn mit keuchender Stimme: „Halt das Tier vorne schön fest, ich zieh hinten, wir haben´s gleich!“ Am gleichmäßigen Atmen spürte Paul die erlöste Entspannung der Kuh. Ihr Blick glich dem eines kleinen Kindes, das wieder lachen kann, nachdem es sich weh getan hat. Hinten vernahm er neues Leben. Das Kalb war geboren. Der Senner rieb es mit Stroh ab und legte es neben Emma, die es liebevoll abschleckte.

Der Hirte wischte sich den Schweiß von der Stirn und klopfte mit auf die Schultern: „Ich danke dir, mein Freund, allein hätte ich das nicht geschafft“. Er reichte mir seine Hand. „Übrigens , ich bin der Sepp.“ „Ich heiße Paul.“ „Gut Paul, dann lass uns doch in die warme Stube gehen. Einen guten Schluck können wir uns jetzt schon gönnen.“ Ich nickte und während wir beide voll tiefster Zufriedenheit Kuh und Kalb einen letzten wohlwollenden Blick zuwarfen, schlossen wir die Stalltür hinter uns. Es hatte wieder etwas zu schneien begonnen. Dicke Schneeflocken streiften meine Nase und kühlten mein erhitztes Gesicht.

Sepp´s Stube war einfach, aber gemütlich eingerichtet. Ein bäuerlich geschmückter Christbaum verbreitete weihnachtliche Stimmung, der gemauerte Ofen mit Ofenbank lud zum Hinlegen ein; daneben stand ein Holztisch und in der Ecke war eine kleine Küche. Dot kochte der Senner Glühwein auf.

Sepp wurde gesprächig und erzählte mir aus seinem Leben am Hof, von seinen Freuden und Leide. Seine Worte passten zur Stimmung des Abends, sie klangen ruhig und beschieden. „Er mag zwar etwas rauh anmuten“, dachte ich mir, während der Hirte redete, „wahrscheinlich ist er niemals in die Welt hinaus gekommen, vielleicht lebt er am Existenzminimum, aber trotz allem, er ist ein edler Mann, der Sepp.“

Sepp reichte mir eine Schale mit heißem Glühwein und prostete mir zu: „Zum Wohl, Paul und fröhliche Weihnacht!“ „Prosit, Sepp auch ich wünsche dir gesegnete Weihnacht!“

Der Glühwein war stark und ging – ich muss es gestehen – sogleich in Leib und Seele über. Aber er schmeckte, der warme Rebensaft, er schmeckte mehr als sonst; vielleicht, weil ich das Gefühl hatte, an diesem Vorweihnachtsabend etwas sehr Sinnvolles geleistet zu haben.
Es war schon fast Mitternacht. Ich wollte die Strapazen des Heimweges nicht mehr auf mich nehmen und durfte es mir auf der Ofenbank gemütlich machen. Eine kurze Weile hielt ich noch die Augen offen, spürte die Wärme des Hofes, des Stalles, des Hirten und der Stube, dann schloss ich in angenehmer Müdigkeit die Augen. „Vielen Dank für diesen schönen Abend“, hörte ich mich noch sagen. Dann schlief ich ein. Und der Zauber des Lebens wehte durch meine Selle und ließ den Vorweihnachtsabend in einem tiefen, märchenhaften Traum weiterleben.

Frohe Weihnachten wünscht Familie Lanzinger mit Mitarbeitern. 
 

 
 
 

 
 
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